Schmerztherapie

Wie der Name sagt, sind chronische Schmerzen in den meisten Fällen eine chronische Erkrankung. Dies bedeutet, dass die Beschwerden und Beeinträchtigungen bei den meisten Patienten über lange Zeit, vielleicht ein Leben lang bestehen bleiben. Gleichwohl kann man die Pein mit verschiedenen Strategien lindern, die Lebensqualität und die Funktionsfähigkeit der Patienten verbessern und den Betroffenen dabei helfen, die Erkrankung erfolgreich zu bewältigen.

Experten setzen dazu inzwischen in den meisten Fällen nicht mehr auf Ruhe und Schonung, sondern auf Eigeninitiative und Selbstmanagement der Patienten. Wichtig sind – neben medizinischen und medikamentösen Behandlungsverfahren – psychologisch-verhaltensmedizinische Therapien sowie eine dem individuellen Leistungsvermögen angepasste Bewegungstherapie. Welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren und Strategien alleine oder in Kombination eingesetzt werden, hängt von der Schmerzform, der Intensität der Beschwerden, deren Spektrum sowie möglichen Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen ab, die ebenfalls diagnostiziert und behandelt werden müssen.

So lässt sich eine fatale Abwärtsspirale verhindern, die ausgehend von Schmerzen und falscher Schonung einen Konditions- und Kraftverlust sowie Fehlhaltungen verursacht und so noch mehr Schmerz erzeugt.

Chronische Schmerzen sind eine komplexe Erkrankung. Darum ist auch eine komplexe Therapie erforderlich. Schmerztherapeuten sprechen dann von einer „multimodalen Therapie“, die sowohl ambulant als auch stationär oder teilstationär durchgeführt werden kann. Dabei wird eine medizinische Trainingstherapie mit psychologisch-verhaltensmedizinischen Strategien und mit Medikamenten kombiniert.

In der Langzeitbehandlung spielen Eigenaktivität und Selbstmanagement der Patienten eine große Rolle. Bewegungstherapie, Funktionstraining, Entspannungsübungen und Strategien zur Schmerz- und Stressbewältigung eignen sich für die Selbstbehandlung. Auch bestimmte physikalische Verfahren können die Beschwerden lindern. Ebenso können medikamentöse und komplementäre Strategien eingesetzt werden. Entscheidend wichtig ist dabei jedoch stets, dass der Nutzen der einzelnen Behandlungsmaßnahmen und mögliche unerwünschte Wirkungen individuell regelmäßig, etwa im Abstand von sechs Monaten, überprüft wird.

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